Anregungen und Beschwerden

MUTABOR News März 2021

Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Pflegefamilien!

Im März jährt sich der Beginn des 1. Lockdowns. Wer hätte gedacht, dass wir ein solches Jahr mit diesen massiven Einschränkungen und Eingriffen in unsere Freiheit erleben würden? Der Jahrestag ist für uns ein Anlass, uns zu bedanken: Wir danken allen für das gute Miteinander und das Improvisieren, wenn es nötig war. Ein besonderer Dank geht an alle Kolleginnen und Kollegen aus der Inklusionshilfe, die nicht nur immer neue politische Vorgaben in ihren beruflichen Alltag übersetzen mussten, sondern die nun bereits zum 2. Mal im Kurzarbeitergeldbezug sind und daher auch materielle Einbußen erleiden. Wir danken Ihnen, dass Sie sich um die Kinder und Jugendlichen kümmern, eine außerordentliche Flexibilität an den Tag legen und dass Sie uns die Treue halten!

Der Februar brachte immerhin einen ersten Schritt in Richtung Präsenzunterricht für einige Klassenjahrgänge und in den Kindertagesstätten den eingeschränkten Regelbetrieb. Wir hoffen, dass diese Entscheidung keine steigenden Infektionszahlen zur Folge haben wird und dass diesem Schritt weitere Schritte in Richtung einer Normalisierung unseres Lebens folgen.

Die Politik hat im Zuge der Öffnungen der Schulen und Kindertagesstätten beschlossen, die dort Tätigen in die Impfgruppe 2 aufzunehmen. Wir haben erste Hinweise darauf, dass dies auch für die Mitarbeitenden aus der Jugend- und Eingliederungshilfe gilt. Allerdings haben wir bislang weder offizielle Informationen bekommen, noch stehen evtl. nötige Formulare auf den entsprechenden Homepages bereit. Wir bleiben an dem Thema dran und melden uns, sobald es hier etwas Neues gibt!

Die Pandemie hat die Debatte um die Aufnahme von Kinderrechten ins Grundgesetz in den Hintergrund gedrängt. Die Bundesregierung möchte noch in dieser Legislaturperiode diese Verfassungsänderung durch den Bundestag bekommen. Das Vorhaben wird von vielen Fachleuten befürwortet und stellt nicht zuletzt eine Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention von 1999 dar. Doch ist bei diesem Entwurf nicht alles Gold, was glänzt: Kritiker befürchten, dass das Ziel, die Rechte der Kinder und Jugendlichen zu stärken, durch eine unpräzise Formulierung konterkariert werden könnte. Die Stiftung PAN schreibt hierzu:

“[…] Die Postkartenaktion ist vom Anwaltsbüro Marquardt Wilhelm Ivanits initiiert und wird von PAN, der Stiftung zum Wohl des Pflegekindes und dem Institut für Adoptiv- und Pflegefamilien in Münster unterstützt.

Wir alle befürchten eine dramatische Verschlechterung der Rechtsposition von Kindern, wenn der Regierungsentwurf durchkommen würde. Kinderrechte ins Grundgesetz klingt nach einer guten Sache. Aber die Bundesregierung schlägt folgende Formulierung vor:

„Das Wohl des Kindes ist bei allem staatlichen Handeln, das es unmittelbar in seinen Rechten betrifft, angemessen zu berücksichtigten.“ Angemessen ist ein „Kaugummibegriff“. Was gerade angemessen sein soll, kann jedes Jugendamt und jedes Gericht für sich selbst definieren.

In ständiger Rechtsprechung sagt das Bundesverfassungsgericht, dass das Kindeswohl, verankert in Artikel 1 Absatz 1 und Artikel 2 Absatz 1 Grundgesetz, vorrangig zu berücksichtigen ist. Wenn das Kindeswohl in Zukunft nur noch angemessen zu berücksichtigen wäre, so hätte dies eine dramatische Verschlechterung der Rechtsposition der Kinder zur Folge. […] “

Wer sich an dieser Postkartenaktion beteiligen möchte, findet alles weitere auf der Webseite von PAN-ev .
Die Bundestagsabgeordneten Ihres Wahlreises finden sie hier: https://www.bundestag.de/abgeordnete

Nachdem Ende Februar erste sonnige Tage die Vorfreude auf den Frühling geweckt haben, wünschen wir uns allen einen sonnigen März!

Bleiben Sie weiterhin gesund!

Es grüßen Sie/Euch herzlich

Jürgen Sellge & Matthias Holland

Aktuelle Fortbildungen im März

Alle Fortbildungen sind vorerst bis Ostern 2021 ausgesetzt.

Neue Kollegen*innen

Neu bei MUTABOR sind Gabriele Vierheilig und Johanna Kierdorf als Inklusionsbegleitungen!

Hallo und Willkommen!

Geburtstage im März*

1. Wiebe, Peter
3. Klütsch, Claudia
4. Neufeld, Tatjana
5. Graeser-Krause, Sabine
5. Altjohann-Kind, Raphaela
6. Jakobs, Brigitte
6. Ketteniß, Frank
8. Parchwitz, Christiane
11. Ley, Nell Carolyn
12. Vierheilig, Gabriele
12. Märkert, Maik
12. Weigel, Maria
14. Pantelidis, Nina
14. Kind, Markus
19. Soulier, Julian
19. Werter, Silke
20. Nett, Judith
22. Drygalla, Tabea
25. Schmitt, Anna
25. Weidner, Mareike
26. Stragierowicz, Friedhelm
31. Paschelke, Alice

*Wenn du oder Sie nicht auf dieser Liste stehen möchten, bitte eine kurze Mail an Domna Meo schicken.

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Trauriges Jubiläum!

Seit einem Jahr leben die Menschen nun schon unter den außergewöhnlichen Umständen der Corona-Pandemie. Wir alle wissen, dass viele Menschen unter enormen Belastungen stehen, sowohl was die finanzielle Versorgung als auch was die Risiken für die körperliche und psychische Gesundheit angeht.

Im Fachbereich Inklusion arbeiten wir seit einem Jahr mit hoher Flexibilität.

Es gibt Mitarbeiter*innen…

… die ganz oder teilweise in Kurzarbeit sind

… die die ihnen anvertrauten Kinder in den Notbetreuungen von Schulen und Kitas begleiten

… die die Kinder im Home Schooling betreuen und sich dabei oft so flexibel zeigen, dass sie sich den familiären Gegebenheiten zeitlich flexibel anpassen

… die die Kinder tageweise oder wochenweise im Wechselunterricht begleiten

… die wir unter Vertrag genommen haben und dann doch ihren Einsatz erstmal gar nicht beginnen konnten

… die sich täglich der Gefahr einer Infektion mit Covid-19 aussetzen

… die den ganzen Tag in ihren Einrichtungen mit Maske arbeiten müssen.

Dafür möchten wir unseren Inklusionskräften ein riesiges DANKESCHÖN aussprechen!! Ihr seid toll!

DANKE, dass ihr für den Fachbereich Inklusion, für MUTABOR und insbesondere für die euch anvertrauten Kinder im Einsatz seid! Ihr leistet eine tolle und unfassbar wichtige Arbeit!

Wir wünschen euch weiterhin viel Kraft, Gesundheit und Zuversicht!

Fachbereich Inklusion
Mona Arasteh, Regine Bach, Sabine Berressem, Christina Linde, Katrin Peters

Die zweite Lockdownphase: Versuch eines Einblicks in den Alltag der Erziehungsstellen und familiären Bereitschaftsbetreuungen

Ein Bericht von Sabina Laufenberg, Fachberatung Erziehungsstellen

Kaum hat sich im letzten Jahr das alltägliche Leben rund um Kindergarten und Schule, Arbeitsleben und Freizeitgestaltung in den Sommermonaten – neben dem konsequenten Tragen von Gesichtsmasken und der Einhaltung der Abstandsregeln – wieder halbwegs normalisiert, begegnen die Erziehungsstelleneltern und die Pflegeeltern der familiären Bereitschaftsbetreuung gemeinsam mit den ihnen anvertrauten Pflegekindern mit dem zweiten Lockdown weiterhin vielen Herausforderungen im Alltag.

Im Rahmen des Distanzlernens gibt es zum Teil ganz unterschiedliche Handhabungen der Schulen; so bekommen manche Erziehungsstelleneltern direkt am Anfang einer Woche Aufgabenmaterial für die ganze Woche zugeschickt, welches die Pflegekinder neben ein paar Stunden Onlineunterricht unter der Woche möglichst eigenständig und ohne direkte Unterstützung der Lehrer alleine bearbeiten müssen.

Oder den betroffenen Kindern und Jugendlichen wird jeden Tag neues Aufgabenmaterial zugeschickt, welches zeitnah von der Lehrkraft gesichtet und kontrolliert wird.

Manche Pflegekinder bekommen hingegen jeden Tag für ein paar Stunden Hilfe bei der Strukturierung und Bewältigung der Schulaufgaben anhand einer eingesetzten Inklusionskraft im häuslichen Umfeld.

Und nicht zu vergessen sind diejenigen Erziehungsstelleneltern und Pflegeeltern der familiären Bereitschaftsbetreuung, deren Pflegekinder – wenn überhaupt – zu einer stark reduzierten Stundenanzahl in den Kindergarten gehen. Hier sind die Betroffenen besonders gefordert, die Kleinkinder den Tag über bei Laune zu halten und sich jeden Tag aufs Neue ein möglichst abwechslungsreiches Programm zu überlegen.

Egal wie konkret der Alltag und die jeweiligen Lernvoraussetzungen der Pflegekinder und Jugendlichen auch sein mag: inzwischen stellt sich beim überwiegenden Teil der Betroffenen nach einer anfänglichen Begeisterung für die positiven Nebeneffekte des Lockdowns, wie länger ausschlafen zu können, mehr Freizeit durch den Ausfall diverser Therapietermine zu haben, Spaß am Chatten mit den Klassenkameraden etc. zunehmend die Sehnsucht nach persönlicher Begegnung und Austausch ein.

Ähnliches meldet der Großteil der Pflegeeltern zurück. Im Hinblick auf die Pflegekinder wünschen sich die meisten Erziehungsstelleneltern deutlich mehr Entlastung im persönlichen Alltag durch deren tägliche Anbindung und Betreuung im Kindergarten oder in der Schule.

Doch daneben gibt es auch Erziehungsstelleneltern, Pflegekinder und Jugendliche, welchen die deutliche Reduzierung der extern vorgegebenen Alltagsstruktur innerhalb des Lockdowns ein Gefühl der Entspannung und Entlastung gibt und alle Familienmitglieder seither noch enger zusammengerückt sind.

Die Fortsetzung der Durchführung der Begleiteten Umgänge innerhalb der landes- und bundesweit geltenden Pandemieregeln stellt hingegen nach wie vor die betroffenen Pflegeeltern und dazugehörigen FachberaterInnen vor einige Herausforderungen. Hier gilt es immer wieder in enger Abstimmung mit allen Umgangsbeteiligten auszuloten, ob die Durchführung eines Umgangs sinnvoll und notwendig ist oder lieber zum Schutze Aller ausgesetzt werden sollte. Viele Herkunftseltern und Fallführende der Jugendämter zeigen in dieser besonderen Zeit Verständnis und lassen sich gut auf Alternativen zum Sichtkontakt, wie zum Beispiel Telkos, Videotelefonate oder Sprachnachrichten ein. Andere wiederum bestehen auf die Umsetzung des Umgangsrechts der Herkunftseltern. In diesen Fällen sind alle Umgangsbeteiligten mehr denn je zum verantwortungsvollen Umgang miteinander zur bestmöglichen Minimierung des Gesundheitsrisikos angehalten.

Insbesondere in den familiären Bereitschaftsbetreuungen und den Erziehungsstellen mit sehr jungen Pflegekindern ist genau dieser Punkt nur sehr schwer bis gar nicht zu realisieren. Hier zeigt sich in der Praxis immer wieder, wie unverzichtbar es für die kleinen Kinder und ihre leiblichen Eltern es ist, sich ‘ohne Visier’ zu begegnen und auch körperlich miteinander zu interagieren.

Vor dem Hintergrund all dieser genannten Herausforderungen möchte sich das gesamte EST-Team bei allen Pflegeeltern sowie den kleinen und großen Pflegekindern für die starken Nerven, den Verzicht auf viele wechselnde Kontakte, den verantwortungs- und rücksichtsvollen Umgang während der Pandemie sowie die Unterstützung beim Homeschooling und dem damit erhöhten Alltags- und Betreuungsaufwand von Herzen bedanken.

Wenn wir weiterhin alle zusammen halten und das Beste aus dieser besonderen Zeit machen, dann meistern wir sicher auch viele zukünftigen Herausforderungen!

Was es sonst noch zu berichten gibt

Wir sind jetzt seit ca. einem Jahr mit aufgeteilter Anwesenheit hier in der Verwaltung aktiv. Das klappt, dank der Digitalisierung und der Auslagerung unserer Daten auf unterschiedlichen Servern, auch ganz gut, trotzdem gibt es natürlich Arbeiten und Themen, die man nur hier vor Ort bearbeiten kann. In der Personalabteilung und auch im Bereich der Finanzbuchhaltung ist das ganz schön anspruchsvoll. Ihr könnt euch sicher vorstellen, wie viel hier ausgedruckt werden muss und wie oft etwas zwischen diesen beiden Abteilungen abgesprochen werden muss – vor allem, wenn die Gehälter berechnet und ausgezahlt werden oder die monatlichen Rechnungen durch die Finanzbuchhaltung erstellt und versandt werden.

Es muss quasi jeden Tag neu sortiert werden, was Priorität hat und wie viel man parallel erledig kann. Das ist eine besondere Herausforderung, weil wir den Servicegedanken sehr hoch tragen: Wenn hier angerufen wird, dann möchten wir die Anfrage oder das Problem am liebsten sofort lösen.

Manchmal aber müssen wir dann feststellen, dass das so nicht klappt – dann hilft uns der Anrufbeantworter.

Wir möchten an dieser Stelle gerne Danke sagen! Danke, dass ihr und Sie geduldig bleiben und uns eher eine Mail schicken, als anzurufen. Auch Danke dafür, das nachgefragt wird, wenn etwas länger dauert als sonst und wir so noch eine Erinnerung haben!

Viele Grüße aus der Geschäftsstelle

Domna