Anregungen und Beschwerden

MUTABOR News August 2021

Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Pflegefamilien!

Sehr oft rede ich davon, dass Leben Veränderung bedeutet und dass jeder Wandel Chance beinhaltet. Diesmal betrifft er mich persönlich und ich möchte Euch/Ihnen davon erzählen.

Am 31.08.2026 werde ich meine Rolle als Geschäftsführer von MUTABOR aufgeben und mein Büro in Eitorf räumen.

Ich bleibe jedoch Gesellschafter, also Inhaber der MUTABOR und überwache die Geschäfte und Tätigkeiten der Gesellschaft bis zum 02.09.2029.Während dieser Zeit werde ich der MUTABOR als Seniorberater zur Verfügung stehen.

Am 03.09.2029 übergebe ich die Gesellschaft vollständig meinem Sohn David Sellge und stelle somit den Fortbestand des Familienunternehmens, als gemeinnützige Gesellschaft sicher.

MUTABOR wurde 2003 von mir als gemeinnützige Gesellschaft gegründet. Ich wählte die Gemeinnützigkeit als Rechtsform, weil der Zweck der MUTABOR in der Arbeit von Menschen für Menschen liegt und nicht in der Bereicherung.

Dieses Jahr wurde MUTABOR 18 Jahre alt und steht in zwei Bundesländern, als mittelständisches, soziales Unternehmen etabliert in der Jugendhilfelandschaft.

Bei aller Beschreibung von Wandel, ist mir Kontinuität und Stabilität besonders wichtig. Beziehungen jedweder Art brauchen Verbindlich- und Verlässlichkeiten. Übergänge und Veränderungen zu planen, ist dabei hilfreich und gibt Sicherheit.

Genau deshalb habe ich meinen Ausstieg langfristig vorbereitet und möchte Ihnen/Euch in diesem August 2021 davon erzählen.

MUTABOR war und ist ein Träger, unter dessen Dach viele Menschen Platz haben und gerade das Engagement und die Motivation jeder Mitarbeiterin und jedes Mitarbeiters, machen MUTABOR lebendig und stark. Schon heute ist es für mich eine glückliche Vorstellung, im September 2029 meinen Schlüssel abzugeben und voller Dankbarkeit darauf zu schauen, dass MUTABOR, auch nach meiner Schaffenszeit, eine perspektivreiche Zukunft hat.

Ich werde dann, getreu meinem Motto, offen sein für neue Abenteuer, mag sein, dass ich davon noch berichte.

In diesem Zusammenhang habe ich meinen Geschäftsführerkollegen Matthias Holland gebeten, sich ganz der Geschäftsführung zu widmen und die Aufgaben der pädagogischen Leitung abzugeben.

Es freut mich sehr, dass er die Aufgabe annimmt und ab dem 1. August 2021 neben mir die Geschäfte des Trägers führt.

Für die Nachfolge in der Pädagogischen Leitung konnten wir unseren langjährigen Fachbereichsleitung Tom Bindemann gewinnen, der ab dem 1. August diese Aufgabe übernimmt. Unsere Fachbereichsleitungskollegin Lara Hübinger übernimmt ab dem 1. August auch die Leitung unserer Wohngruppe Hamm und leitet dann alle drei Wohngruppen des Trägers.

Ich begrüße die Kollegin und den Kollegen in ihren neuen Positionen und wünsche Euch viel Erfolg in Eurer Arbeit.

 

Aber es gibt nicht nur die Zukunft, sondern auch die Gegenwart, die uns zuweilen hart trifft.

Die Überschwemmungskatastrophe hat auch unser Büro in Kall/Eifel getroffen.
Unser Büro liegt direkt an dem kleinen Flüsschen Kall, das normalerweise ruhig durch den Ort fließt. Die massiven Regenfälle haben das Flüsschen in einen zerstörerischen Strom verwandelt, der enormen Schaden angerichtet hat.

Sicherlich habt ihr/Sie Alle die Bilder im Fernsehen gesehen. Stand Heute haben 2 Kaller Mitbürger ihr Leben in den Fluten verloren.

Wir haben Glück im Unglück gehabt und nur den neuen PKW, der in einer Tiefgarage geparkt war und Teile unseres Mobiliars verloren. Einiges konnte sogar noch gerettet werden. Weniger Glück hatte eine Fachberaterin aus dem Team Kall, deren Haus massiv betroffen ist. Dank des starken Hilfseinsatzes unserer Mitarbeiter und von Familie und Freunden, konnten wir das Büro räumen und noch Brauchbares in Eitorf einlagern.

Unser Dank geht ganz besonders an Alexandra (Aki) Mekic, Peter Fischer, Akis Vater und den Freund von Aki und Peter; Dank auch an Katja Sellge und Michael Tauss.

In all dem Chaos haben wir deutlich spüren können, wie die Kaller zusammenhalten und in der Not das Kostbarste hervortritt, was wir Menschen zu bieten haben: das Mitgefühl und die Hilfsbereitschaft.

Es gab viele Gesten, die uns berührt haben.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen noch eine gute Zeit.

Dieser Newsletter ist diesmal nur von mir unterschrieben, weil die Mitteilung hauptsächlich persönlicher Natur ist, das nächste Mal kommt der Newsletter wie gewohnt von der Geschäftsführung Sellge/Holland.

Es grüßt Sie/Euch herzlich

Jürgen Sellge

Aktuelle Fortbildungen im August

Momentan finden keine Fortbildungen statt. Wir hoffen, dass die Zahlen so gut bleiben und wir bald wieder starten können.

Neue Kollegen*innen

Neu zu MUTABOR in den Fachbereich Inklusion gekommen sind Nicoletta Szilvasi, Carolin Weidler und Silvia Gotthardt-Plein. Und Mareike Weidner ist wieder eingestiegen und jetzt in Nister.

Ein herzliches Hallo an euch!

Geburtstage im August*

Bericht einer Verwaltungsmitarbeiterin

Mein Name ist Sabine Feyerabend, ich arbeite seit Oktober 2019 in der Verwaltung von MUTABOR. Dies ist die vierte berufliche Station für mich: nach 15 Jahren in der Behindertenhilfe und 3,5 Jahren im Gesundheitswesen habe ich einen nicht erfüllenden Abstecher in die Hotellerie gemacht, von dem ich durch eine glückliche Fügung wieder zurückkehren konnte in den sozialen Bereich – zu MUTABOR, wo ich zu meiner großen Freude wieder sinnstiftende Arbeit leisten darf! Leider war meine Zufriedenheit nur von kurzer Dauer. Ein knappes Jahr nach meinem Start bei MUTABOR erhielt mein Mann die Diagnose einer weit fortgeschrittenen Krebserkrankung, die nur noch palliativ behandelt werden konnte. Was nun durch meinen Arbeitgeber und meine Kollegen möglich gemacht wurde, hat mich tief bewegt und ich möchte dieses Format nutzen, um „Danke“ zu sagen und „das ist nicht selbstverständlich!“

Innerhalb eines Tages konnte ich mit der Geschäftsleitung vereinbaren, dass ich meine Stunden extrem reduziere und komplett im Homeoffice arbeite. Schon nach wenigen Wochen stellte sich heraus, dass ich selbst das nicht leisten konnte und ich wurde vollständig freigestellt. Die Arbeit in meinem Aufgabenbereich fiel natürlich trotzdem an. Das bedeutete zum Einen für Christina, meine ganz frisch gestartete Kollegin der Klientenverwaltung, dass sie von einem Tag auf den anderen Tag ohne meine Unterstützung arbeiten musste, zum Anderen, dass die Assistentin der Geschäftsführung – mal wieder – einspringen musste, in der allgemeinen Verwaltung, darin, Christina zu unterstützen und natürlich bei der Besetzung von Telefon und Tür. Alle Verwaltungskollegen trugen den Mehraufwand mit, und auch die Fachberatungskolleginnen aus der Inklusion hatten Aufgaben, die sie gerade erst losgeworden waren, zurück auf ihrem Schreibtisch. Alle Fachbereichsleitungen und Fachberatungen mussten geduldig und verständnisvoll sein, weil Arbeiten langsamer vonstattengingen oder auch nicht so, wie sie es gewohnt waren. Und das scheint so gut funktioniert zu haben, dass ich mir gar nicht vorstellen mag, was es für Energie gekostet hat.

Während meiner Zeit Zuhause bekam ich Blumen, Pakete, Briefe, Whatsapp-Nachrichten und Emails von meinen Kollegen, die mir das Gefühl gaben, nicht allein oder vergessen zu sein, ein Gefühl, dass sich in meiner damaligen Situation nur allzu gern einschleichen wollte. Als das Unvermeidliche schließlich eintrat, erhielt ich viel Anteilnahme und so viel Zeit, wie ich benötigte, um wieder an meinen Arbeitsplatz zurück zu kehren.

Als ich wieder ins Büro kam, warteten auch hier kleine Geschenke, Blumen und ein sehr warmes Willkommen von allen Seiten. Den Einstieg durfte ich nach meinen Kräften und Bedürfnissen gestalten, sowohl von Seiten der Geschäftsleitung als auch – wieder einmal – von Seiten der Assistentin der Geschäftsführung, die mir noch weiter den Rücken freihielt. Es war ein bedrückendes Jahr, mit vielen Tiefen. Was mir Kraft gegeben hat war, dass es dieses liebevolle Team gibt, in das ich zurückkehren kann. Dass ich (endlich) einen Arbeitgeber gefunden habe, der voll hinter seinen Mitarbeitern steht – ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie das alles zwei Jahre früher verlaufen wäre, vor meinem Arbeitsplatzwechsel.

Ich fühle mich aufgehoben und unterstützt. Und ich bin sehr dankbar gegenüber allen, die ihren Teil dazu beigetragen haben, das ist nicht selbstverständlich. Und ich möchte gern zurückgeben, was ich kann.

Vielen Dank!

Sabine Feyerabend

Was es sonst noch zu berichten gibt

So viele schöne Worte in diesen News, ich möchte nur etwas Weiteres, Schönes hinzufügen:

Alexandra (Aki) Mekic und Peter Fischer haben geheiratet! Und Aki heißt nun Frau Fischer 🙂 Alles Gute für die gemeinsame Zukunft.

Viele Grüße aus der Geschäftsstelle und genießt die Sommerferien

Domna